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Aiwanger schaltet auf Angriff

Der Chef der Freien Wähler wirft Seehofer Doppelzüngigkeit vor. Aber auch die SPD kommt nicht gut weg.
München - Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger wirft dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer in der Debatte über die Rente mit 67 Sozialpopulismus vor. In Berlin halte Seehofer der Rente mit 67 die Stange, in Bayern verlange er, diese auszusetzen, kritisierte Aiwanger in einem dapd-Interview . „Das ist ein klassischer Seehofer: auf verschiedenen Ebenen verschieden zu agieren." Diese Doppelzüngigkeit wollten die Freien Wähler den bayerischen Ministerpräsidenten nicht durchgehen lassen, sondern aufdecken und die mangelnde Glaubwürdigkeit der CSU zeigen.
» Sowohl Schwarz als auch Rot sind dermaßen zickzack unterwegs, dass uns nicht zugemutet werden kann, einem dieser Slalomfahrer das Jawort zu geben, weil uns beim Hinterherfahren schwindlig werden würde. «
Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler
Nach Einschätzung der Freien Wähler ist eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit unausweichlich, allerdings sei ein Korrekturfaktor nötig für Menschen, die körperlich schwer arbeiten müssten. Wer 45 Beitragsjahre erreicht habe, solle die Rente in voller Höhe erhalten, forderte Aiwanger.
Auf ihrer dreitägigen Klausurtagung in Augsburg, die morgen beginnt, will sich die Freie-Wähler-Fraktion zudem mit Themen wie Mittelstand und Handwerk sowie dem bayerischen Haushalt befassen. Es gehe darum, die Freien Wähler als „berechenbare und nachhaltige Kraft der Mitte zu präsentieren, die mitregieren kann", sagte Aiwanger.
Er bekräftigte zugleich sein Nein zu einer. Koalitionsaussage vor der Landtagswahl 2013: „Sowohl Schwarz als auch Rot sind dermaßen zickzack unterwegs, dass uns nicht zugemutet werden kann, einem dieser Slalomfahrer das Jawort zu geben, weil uns beim Hinterherfahren schwindlig werden würde."
Außerdem warnte Aiwanger die CSU davor, mit ihren scharfen Angriffen auf die Freien Wähler fortfahren. „Die CSU will uns scheinbar krampfhaft in eine Oppositionsrolle prügeln, damit sie eine klare Front hat für den Wahlkampf', sagte der Freie-Wähler-Chef. Noch sei die Tür für ein Bündnis mit der CSU offen: „Aber wenn durch die offene Tür immer nur Dreck hineingeschmissen wird, dann wird man die Tür Stück für Stück immer weiter schließen müssen."
In allen wichtigen Ämtern
Hubert Aiwanger ist der Mann, der die Freien Wähler (FW) auf Landes- und Bundesebene bekannt gemacht hat und der gleichzeitig alle wichtigen Ämter in der Partei innehat. Er ist Bundesvorsitzender des. Bundesverbandes Freie Wähler, Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern sowie Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag. Der Politiker, geboren am 26. Januar 1971 im niederbayerischen Ergoldsbach, studierte nach Abitur und Grundwehrdienst in Weihenstephan Landwirtschaft. Interessanterweise finanzierte er sein Studium mithilfe eines Stipendiums der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. Vor zehn Jahren schloss er sich den Freien Wählern an, die bis dahin nur in Städten und Gemeinden Erfolge vorweisen konnten.
