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Die Region ist sich einig





Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Annette Karl steht voll und ganz hinter der Reaktivierung der Bahnlinie Selb-Asch. Beim Besuch in Selb-Plößberg wird dies deutlich
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Von Gisela König

Selb-Plößberg - Die Region steht hinter dem Projekt und trotzdem könnte es scheitern. Die Rede ist von der Reaktivierung der Bahnlinie Selb-Asch, die den Lückenschluss der grenzüberschreitenden Bahnstrecke Hof-Eger zur Folge hätte. Nun hat auch die SPD-Landtagsfraktion deutlich gemacht, dass sie den von der Interessengemeinschaft BaCH. (Bahnlinie Cheb-Hof) geforderten Lückenschluss befürwortet. Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende, MdL Annette Karl, bekräftigte ihre Unterstützung bei ihrem Besuch am Freitagnachmittag im Büro „Soziale Stadt" in Selb-Plößberg.



Laut Dr. Klaus von Stetten von der überparteilichen Initiative habe sich die Lage zugespitzt, denn bis 25. November will die Bayerische Staatsregierung von den beteiligten Kommunen eine Zusage zum Lückenschluss und zur Übernahme des kommunalen Anteils von 850 000 Euro.

Der Verzicht auf fünf Bahnübergänge (wir berichteten) durch die Stadt Selb sei laut von Stetten einleuchtend, da diese Übergänge lediglich landwirtschaftlich genutzt würden. Ein „Knackpunkt" sei allerdings die schmale Bahnunterführung bei Wildenau, die bei einer Reaktivierung der Strecke aufgeweitet werden müsste, um großen landwirtschaftlichen Maschinen die Durchfahrt zu ermögli-chen. Die Kosten dafür von gut 900 000 Euro seien von der Stadt Selb zu tragen, da die Alternative, eine völlig unrealistische Verkehrsführung, bei den Landwirten zu Protesten führen würde. Stetten wies aber auch darauf hin, dass bei einer rund 60-prozentigen Förderung etwa 125 000 Euro verbleiben würden.

OB ist größtes Problem

Sollte die Zusage der Stadt Selb nicht erfolgen, so von Stetten, werde das gesamte Projekt nicht weiter verfolgt, die Zuschüsse verfallen. Als größtes Problem bezeichnete der Sprecher der IG BaCH den Selber Oberbürgermeister Wolfgang Kreil, „der sich hinsichtlich der Bahnlinie völlig ausgeklinkt hat". Da die Zeit drängt, hätten die Fraktionen der Aktiven Bürger und der SPD für die Stadt-ratssitzung am Donnerstag einen Antrag gestellt. Auch habe man gefordert, einen Vertreter des bayerischen Wirtschaftsministeriums und des Landkreises zur Sitzung einzuladen. Landratsamt und Wirtschaftsministerium, so von Stetten, hielten sich den Termin bis Mittwoch frei. Da der Selber OB morgen aus dem Urlaub zurückkehrt, wäre es also für eine Einladung noch nicht zu spät. Stetten bedauerte, wenn der Lückenschluss an der Stadt Selb beziehungsweise am Oberbürgermeister scheitern sollte, während die anderen Anrainerkommunen bereits ihr Ja erklärt und Gelder eingestellt hätten.

Für Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger ist der Zeitdruck das größte Problem, ferner wies sie darauf hin, dass die neue Regierung in Tschechien aufgrund von Sparmaßnahmen eine Entwidmung.aller stillgelegten Bahnstrecken anstrebe. Dazu gehöre auch das Stück von der Landesgrenze bis Asch. Diese Meldung macht Klaus von Stetten keine Angst. „Damit will man Druck machen", außerdem sei das Verkehrsministerium in Prag aufgefordert worden, mit der Entscheidung noch bis 25. November zu warten. .

Annette Karl machte deutlich, dass die SPD-Landtagsfraktion den" Wunsch nach einer Reaktivierung der Bahnlinie voll unterstütze. Der von der CSU-Landtags-fraktion eingebrachte Antrag sei im Prinzip nicht schlecht, helfe aber, im Gegen-satz zum abgelehnten Antrag der Freien Wähler, den Kommunen nicht bei der Finanzierung. Auch habe sie, Karl, ihren Abgeordnetenkollegen.Martin Schöffel ersucht, auf den Selber Oberbürgermeister einzuwirken. „Wird die Strecke nicht reaktiviert, wird das Teilstück in Tschechien entwidmet und die Gelder fließen in andere Projekte, zum Beispiel in einen zweiten S-Bahn-Tunnel in München oder in Stuttgart 21", so Karl. Doch das Lückenschluss-Projekt habe gute Chancen, genieße es doch aufgrund seines grenzüberschreitenden Charakters hohe Priorität. Annette Karl und Petra Ernstberger forderten die Region auf, einmütig aufzutreten, um durch die Reaktivierung der Bahnlinie eine wichtige Verbes-serung der Lebensbedingungen im ländlichen Raum zu erreichen.

Für Klaus von Steffen ist sich die Region im Prinzip einig. „Es gibt nur einen Störenfried." So habe Kreil auch versucht, die Bahnlinie zu „versenken", indem er sie teurer gerechnet und utopische Forderungen wie eine Sanierung der Bahn-hofs Selb-Plößberg oder einen Haltepunkt Erkersreuth gefordert habe.

Wichtig für Selb-Plößberg

Reinhard Steeger aus Selb-Plößberg unterstrich, wie wichtig die Bahnlinie für den Ortsteil, aber auch für Selb ist, „denn es ist zu befürchten, dass bei einem Scheitern des Projekts, früher oder später auch die Linie Selb-Hof eingestellt wird."

Für Klaus Adelt, Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Hof-Land, Vizepräsident des Gemeindetags und Bürgermeister von Selbitz, ist die Sache auch im Hinblick auf den Bahnverkehr der gesamten Region wichtig. Die an die anliegenden Kommunen gestellten Forderungen seien aus seiner Sicht erfüllbar. Er versi-cherte: „Die Stadt und der Landkreis Hof stehen voll hinter der Sache."

In seinem Schlusswort brachte Ulrich Scharfenberg, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Hochfranken, die Hoffnung aller Beteiligten zum Ausdruck, nämlich dass der Antrag am Donnerstag in der Selber Stadtratssitzung durchgehen möge.