v.l.: Alexander Dietrich (Kandidat), Rainer Ludwig (MdL), Thorsten Glauber (Umweltminister), Udo Zinßer, Hubert Aiwanger (stellv. Ministerpräsident, Wirtschaftsminister, FW-Chef), Martin Schöffel (MdL) und einige Interessierte.

31.08.2023
Aiwanger in Grafenreuth

Spaziergang entlang des geplanten Südostlinks

Auf Einladung von Udo Zinßer sind der stellvertretende Ministerpräsident, Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Chef in Bayern Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber (FW) nach Grafenreuth gekommen. Ebenfalls mit auf den Spaziergang entlang der geplanten Trasse machten sich die Landtagsabgeordneten Rainer Ludwig (FW) und Martin Schöffel (CSU), sowie der Kandidat der FW Alexander Dietrich und die Bürgermeister Thomas Schoberth (Thierstein, FW) und Werner Frohmader (Thiersheim, FW) und neben dem FW-Kreisvorsitzenden Rainer Müller einige weitere Vertreter des Freie-Wähler-Kreisverbandes Wunsiedel, sowie zahlreiche betroffene Landwirte und Grundstückseigentümer.

Zinßer erläuterte den Anwesenden wie das Verhältnis zu Tennet ist. Auf Anfragen erhalte man zwar eine Antwort, aber zwischen den Zeilen ist zu lesen „das interessiert uns nicht“. Dagegen ist man mit Schadenersatzforderungen, sollte es zu Verzögerungen z.B. bei Probebohrungen kommen, schnell zur Hand. Und diese Strafgelder gingen gleich in die hunderte von Euros oder es wird mit Enteignung gedroht. Um sich rechtlich abzusichern, gibt es von Tennet eine Dienstbarkeitserklärung, die die Landwirte unterschreiben sollen. Dafür hätten sie acht Wochen Zeit. Diese Erklärung ist aber so umfangreich und mit juristischen Texten gespickt, dass ein genaues Durcharbeiten und sich daraus ergebende Fragen abzuklären unmöglich ist.

Der Verlauf der Trasse wirft auch einige Fragen auf. Sie würde z.B. so dicht an einem bestehenden Stall vorbeiführen, dass es dem Eigentümer unmöglich wäre seinen Hof zu erweitern. Auch würde die Gleichstromleitung die Trinkwasserversorgung einiger Anwesen gefährden und etliche Drainagen in Feldern und Wiesen durchtrennen. Auch thermische Auswirkungen sind zu befürchten, da die Kabelleitungen nur zwei Meter unter der Erde verlaufen und die abgegebene Wärme dann die Reifung des Getreides an diesen Stellen beeinflusst.

Da von Tennet nur ein Ansprechpartner für ganz Bayern eingesetzt ist, verspricht der stellvertretende Ministerpräsident „einen Mitarbeiter zu benennen, der wöchentlich Kontakt mit dem Tennet-Mitarbeiter hält und Fragen klärt“.

 

Was gefordert wird!

  • Von den HGÜ-Kabeln durchschnitte Drainagen sollen nicht nur von Tennet repariert werden, sondern auch Nachbesserungen in den Folgejahren durchgeführt werden, wenn der Grund dennoch versumpft.
  • Der beantragte vorzeitige Baubeginn darf keine Tatsachen schaffen und somit Einwände gegen die Trassenführung unberücksichtigt lassen.
  • Gehen die Erträge der betroffenen Felder zurück, muss Tennet Entschädigungen zahlen.